Tiefenscharf

30. September 2012

Ein großer Vorzug des Kleinbild-Sensors (etwas irreführend oft auch als »Vollformat« bezeichnet) ist das Spiel mit Schärfe und Unschärfe, das sich auch mit moderaten Blendengrößen erzielen lässt. Als ich mir jedoch aktuell Gedanken um Produkt-Fotografie machen musste, war meine erste technische Überlegung: Kann ich mit meiner Kamera – ohne teure Spezial-Optiken – umgekehrt eigentlich überhaupt ein Motiv formatfüllend scharf abbilden? Ein häuslicher Schnelltest zeigte zum Glück: Ja, es geht! (Wenn auch in diesem Fall nur mit Stativ und Langzeit-Belichtung, aber ich war zu faul, das Blitzlicht aufzubauen …)

27.9.2012 | EOS 5DII | 20s | f/16 | 50mm | ISO 200

Ich fotografiere nun seit gut anderthalb Jahren mit manuellen Objektiven an meiner EOS, und abgesehen von Auftragsarbeiten (Porträt-Shootings, Hochzeiten etc.), bei denen ich mich lieber auf den Autofokus verlasse, habe ich eigenlich nur noch ein bis zwei Altgläser in der Tasche. Für viele mag das Spielerei sein, aber einige manuelle Objektive aus analogen Zeiten haben auch an der Digitalkamera noch einiges zu bieten: Eine Haptik, die heutzutage ihresgleichen sucht; Farben und Kontraste auf Top-Niveau; einen Unschärfebereich, der moderne und auf Schärfe gezüchtete Objektive weit hinter sich lässt. Im folgenden Artikel habe ich meine beiden »Immerdrauf«-Altgläser einmal im Direktvergleich gegen mein Standard-Objektiv von Canon antreten lassen.

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Wunschlos glücklich

19. Juli 2012

Da das Wetter weiterhin hartnäckig neuen Bildern im Weg steht, nehme ich mir wieder ein bisschen Zeit für die Technik: Nachdem ich im vergangenen Jahr die Objektive nahezu monatlich gewechselt habe, um der für mich besten Lösung auf die Schliche zu kommen, hat sich inzwischen ein Set etabliert, das für meine persönlichen Anforderungen einen optimalen Kompromiss zwischen Abbildung, »usability« und Preis darstellt. Im folgenden möchte ich die Objektive kurz vorstellen und dabei auf ihre Stärken und Schwächen eingehen. Natürlich gibt es zu jedem der Objektive genügend Rezensionen, aber in der eigenen Praxis setzt man bisweilen doch andere Schwerpunkte.

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Leider kann ich krankheitsbedingt das neue 40mm-Pancake noch nicht außer Haus testen, aber ein Tipp vielleicht schon vorweg: In vielen Rezensionen wird mit Recht auf die starke Vignettierung (Randabschattung) des Winzlings bei Offenblende hingewiesen. Nach einigem Herumprobieren habe ich indes entdeckt, dass sich in Lightroom das Korrekturprofil des EF 2,8/100mm USM Macro sehr gut eignet, um sowohl die Vignette als auch die leichte Tonnenwölbung mit nur einem Mausklick zu entfernen. Wenn es nur immer so einfach wäre …

Schon seit dem Voigtländer Ultron 2/40mm SL II wünschte ich mir als »Immerdrauf«-Objektiv: 40mm Brennweite (ein guter Kompromiss zwischen der klassischen Reportage-Brennweite 35mm und der Normal-Brennweite 50mm), flache ›Pancake‹-Bauweise (leichtgewichtig und relativ unauffällig) und eine passable Lichtstärke (für mich Blende 2,8 und größer). Canon hat meine Wünsche endlich erhört, und vorhin hat der Postbote das lang ersehnte Objektiv gebracht. In den nächsten Tagen hoffe ich dann, mehr zu diesem Objektiv aus der Praxis sagen zu können.

23.6.2012 | EOS 5DII | 1/20s | LW -0,7 | f/2,8 | 40mm | ISO 3200

Porträtlicht 101

17. Mai 2012

Zum Los des Hobbyfotografen gehört es offenbar, dass Freunde und Bekannte bisweilen anklopfen, ob man Porträt- oder Bewerbungsfotos von ihnen machen könne. »Nichts Aufwändiges natürlich«, heißt es dann, aber der Zweck des Fotos und der eigene Ehrgeiz verlangen dennoch einen gewisse Qualität. Doch wenngleich meine Mittel sehr begrenzt sind (kein Studio und nur zwei Systemblitze mit ein paar Lichtformern), hat sich bei mir inzwischen ein Standard-Setting herauskristallisiert, mit dessen Hilfe ich bei recht geringem Zeit- und Materialaufwand zuverlässig durchaus brauchbare Ergebnisse erzielen kann.

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Die Sache mit dem Sensor

21. April 2012

Spiegellose Systemkameras werden immer beliebter, und auch ich bin seit Kurzem gerne mit der Olympus Pen unterwegs. Dennoch will ich nicht in den Abgesang auf die Spiegelreflex-Kamera einstimmen, der mancherorts zu hören ist. – Für die technische Qualität eines Bildes ist kameraseitig die Größe der einzelnen Sensor-Pixel immer noch ein entscheidender Faktor: Je kleiner die Fotozelle, desto mehr muss das Signal bei der Belichtung elektronisch verstärkt werden, was die Anfälligkeit für Bildfehler erhöht. Und auch wenn die Qualität der Signalverarbeitung immer mehr zunimmt, gibt es hier Grenzen, die schon durch die Größe des Sensors bedingt sind.

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Auch wenn der Trend derzeit eindeutig zum Tablet geht – mein Herz schlägt für das Netbook, denn als Vielschreiber will ich auf eine anständige Tastatur keinesfalls verzichten. Doch auch wenn ich selten Bilder auf dem Netbook bearbeite, habe ich mich so an die »Echtfarben« meiner kalibrierten Monitore gewöhnt, dass ich das Netbook ein einziges Mal mit dem vorinstallierten Windows gestartet hatte, um mithilfe des Kalibrierungs-Gerätes ein ICC-Farbprofil zu erstellen. Natürlich schwankt auch bei Geräten derselben Baureihe die Farbwiedergabe stets ein klein wenig – dennoch war ich erstaunt, überhaupt keine ICC-Profile für meinen Eee PC R011PX im Internet zu bekommen. Zumindest für dieses Modell will ich nun Abhilfe schaffen: > Hier kann man das entsprechende Farbprofil herunterladen. (Verlinkte Datei mit rechter Maustaste speichern!) Es funktioniert sowohl unter Windows als auch unter Linux.

Food-Licht

12. März 2012

Es verblüfft mich immer wieder, wie entscheidend Lichtrichtung und -qualität sind, um (in diesem Beispiel) mein Mittagessen im Schnappschuss schmackhaft aussehen zu lassen. Blende und Verschlusszeit waren manuell so eingestellt, dass das Blitzgerät auf der Kamera die einzige Lichtquelle darstellte. Der Blitzkopf war so gerichtet, dass er relativ flach nach hinten rechts geleuchtet hat. Durch die Richtung lässt das indirekte Blitzlicht den Eindruck von viel natürlichem Licht entstehen. (Ein stärkerer Weitwinkel mit etwas Umgebung hätte gewirkt, als stünde das Blech vor einem großen Küchenfenster.) Andere Lichtrichtungen hingegen, die ich ausprobiert habe, ließen das Bild flach und unappetitlich wirken. Ohnehin gilt hier natürlich besonders: Niemals direkt anblitzen!

12.3.2012 | EOS 5DII | 1/125s | f/8 | 70mm | ISO 400

An Canon-Kameras mit Kleinbild-Sensor sind diese beiden Objektive die Standard-Zooms der Wahl. Leider gehöre ich, wie viele andere auch, nicht zu denen, die sich gleich beide leisten können, sodass es nicht verwundert, dass die Foto-Foren voll sind von Abwägungen, welches denn zu bevorzugen sei. Beide haben ihre Vorzüge und Nachteile, und letztlich muss man es von den eigenen fotografischen Anforderungen abhängig machen, welches das »Bessere« ist.

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